Jurtenprojekt

Jurtenzeit

Quelle: Heike Musolf 10/2020
Nichts ist gemütlicher, als bei Starkregen in der Jurte ums Feuer zu sitzen...

Unser Jurtenprojekt

Was zunächst als Neustart in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unserer Gemeinde gedacht war, entwickelte sich schnell zu einem Anziehungspunkt für alle Generationen.

In der Jurte soll die Gemeinschaft ganz groß geschrieben werden: Wir sitzen im Kreis ums Feuer, kommen so ganz schnell ins Gespräch... Wir nehmen uns wahr, lernen uns kennen und genießen die Wärme des Feuers. Man kann so prima zusammen singen oder Märchen und biblische Geschichten hören.
Bei Regen und Frost ist es noch gemütlicher, wenn das Feuer brennt - die Jurte ist absolut wasserdicht. Feuer machen und bewachen ist die Lieblingsaufgabe aller Teamer. Ganz besonders schön ist es in unserer Jurte, wenn Punsch auf dem Feuer köchelt oder wenn leckere Pfannkuchen, Stockbrot, Popcorn, Marshmallows, Pizza, Chilli con Carne... zubereitet werden und alle zusehen und sich beim Essen Zubereiten, Rühren und Holz Holen abwechseln.
In unserer Jurte kann man auch schlafen, und es gibt einen Sternenhimmel aus hunderten von Lampen... Außerdem haben wir 6 Sturmlaternen, wenn´s gemütlicher sein soll..
Für Festessen kann man Biergarnituren sternförmig aufstellen und bekommt ca. 6 Tische und 12 Bänke gestellt. Für den Gottesdienst sitzen wir im Kreis, die Kinder am Boden, die Älteren auf Bänken oder Hockern.

Zum Jurtenprojekt gehören auch fünf Langbögen mit Pfeilen. Um sicher schießen zu können, haben wir ein Pfeilauffangnetz gekauft und installiert. Nicht nur die Konfirmanden, auch die ältere Generation ist fasziniert davon. Wir denken beim Schießen über Lebenshaltungen nach, dazu gehört auch unser Glauben. Manchmal schießen wir auch einfach nur so. Spaß muss sein.

Drei- bis viermal im Jahr wird die Jurte aufgebaut - bisher nur im Paulusgarten, aber wer weiß, vielleicht gehen wir einmal auf Reisen. Eine Einladung an den Badesee in Tannenhausen haben wir bereits bekommen.

Das Aufbauen unserer Jurte ist gar nicht so einfach. Mittlerweile schaffen wir es ohne Hilfe der Pfadfinder (vielen Dank an den BdP Stamm Vaganten, der uns zur Hilfe eilte und wertvolle Tipps gab und auch Jurtenstangen ausgeliehen hat) und in der internen Rekordzeit von ca. 1 Stunde - wenn genügend starke Helfer anpacken. Für den Aufbau braucht man zunächst 4 starke Helfer, eine/r muss wissen, wie es geht. Und dann muss geknüpft werden: Die Planen sind mit Hunderten von Knöpfen aneinander und ans Dach geknüpft. Bilder vom Aufbau gibt es unten!

Feste Jurtentermine sind momentan:
Spätes Frühjahr / Frühsommer: Wir feiern draußen, Feste, Gottesdienste, ...
Letzte Woche Sommerferien: Sommerfreizeit und Familiengottesdienst
30.11. bis Martini.: ChurchNight, Reformationstag, Erzählsonntag, Martini-Familiengottesdienst

Neugierig geworden? Kommen Sie doch einfach einmal vorbei, wenn die Jurte aufgebaut ist und probieren Sie aus, wie es in der Jurte ist.

Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren: Rieke Rieken, Eva Heeren, dem Lionsclub Tom Brook Aurich, dem Kinder und Jugendfonds des Kirchenkreises Aurich und allen, die mit kleineren Spenden zur Realisierung dieses tollen Projekts beigetragen haben.

Bogengedanken

Glauben = Leben in der Spannung zwischen 
  • Gott und Mensch
  • Himmel und Erde 
  • endlich und ewig
  • Unvollendet und vollendet
  • Unheil und Heil
  • ....

Glaube = Haltung, Ausgerichtet sein auf 
  • Gott 
  • Heilsein 
  • Ewigkeit.
In Dank, Lob, Bitte und Anbetung Segen und Gnade erspüren.

Leben heißt: Spannung spüren und aushalten, die eigene Haltung findenund loslassen lernen!

Lebensenergie = Spannung, Verbindung des scheinbar Gegensätzlichen:
  • Mann und Frau, 
  • hell und dunkel, 
  • Himmel und Erde, 
  • Freude und Trauer, 
  • Liebe und Freiheit
  • Mensch und Gott

Haltung = Zusammenspiel von Körper und Bogen

Loslassen ist nicht nichts tun, sondern bewusst die Finger öffnen und die Sehne freigeben.

Loslassen ist nicht das Ende des Schusses, sondern seine Vollendung. Nur im Loslassen gewinnt mein vorangegangenes Bemühen seinen Sinn. 

Wie beim Bogenschießen geht es im Leben um das Zusammenspiel von
  • angespannter Kraft, 
  • richtiger Haltung 
  • und dem Loslassen zur rechten Zeit. 

Eine Anleitung:
  • Füße schulterweit auseinander, 
  • parallel zum Ziel. 
  • Bogenarm zum Ziel hin 
  •  unter Spannung gestreckt. 
  • Den Ellbogen des Sehnenarms auf Schulterhöhe gehoben.
  • Oberste Fingerkuppen haken über und unter dem Pfeil unter die Sehne.
  • Einatmen, Sehne bis zum Mundwinkel ziehen. 
  • Sich ganz auf das Ziel ausrichten, Spannung und Luft halten.
  • Ausatmen und loslassen